Merken An einem grauen Novembernachmittag, als der Regen gegen die Fenster schlug und ich eigentlich nur Aufräumen wollte, fand ich im hintersten Regal ein vergessenes Glas tiefgefrorener Schwarze Johannisbeeren. Statt sie in den Smoothie zu werfen, kam mir der Gedanke an einen Likör, den ich Jahre zuvor in einer kleinen Bar in Tallinn probiert hatte dunkel, würzig und unvergesslich komplex.
Meine erste Charge wurde an einem Weihnachtsabend serviert, als Gäste schon aufbrechen wollten. Dann kamen die Gläser heraus, und plötzlich saßen noch alle eine Stunde lang am Tisch, nippten, stellten vergleiche zu teuren Importmarken an, und jemand fragte ernsthaft, ob ich davon größere Mengen produzieren könnte.
Zutaten
- 500 g Schwarze Johannisbeeren: Frische Beeren bringen die höchste Aromatik, aber tiefgefrorene arbeiten genauso gut und geben ihre Säure bereitwillig ab.
- 750 ml guter Wodka: Kein Premiumprodukt nötig, aber auch kein billigster Fusel der alkohol ist nur Trägermaterial.
- 250 g Zucker: Kristallzucker löst sich langsamer auf, was zu einer sanfteren Integration führt.
- 1 Zimtstange: Ganze Stange gibst du nach drei Wochen wieder heraus, sonst dominiert die Note zu sehr.
- 4 ganze Gewürznelken: Weniger ist mehr Nelken können schnell dominieren und den Gemüsebeetcharakter übernehmen.
- 2 Sternanis: Ihre Lakritznote schwingt im Hintergrund mit und gibt Tiefe ohne aufdringlich zu sein.
- 5 schwarze Pfefferkörner: Ein überraschender Twist der im Hintergrund prickelt und die dunklen Fruchtnoten hervorhebt.
- Abrieb von 1 ungewachsten Zitrone: Nur die gelbe Schicht, niemals das weiße Unterfleisch das macht bitter.
Anleitung
- Vorbereiten der Beeren:
- Die Johannisbeeren abbrausen und gut abtupfen. Mit einer Kartoffelstampfer oder Gabel leicht andrücken bis die ersten Säfte austreten.
- Das Flaschenfüllritual:
- In ein großes sterilisiertes Glas geben das Gefühl, wenn Gewürze und Beeren sich im Glas verteilen, ist seltsam befriedigend.
- Die Würzmischung hinzufügen:
- Zimt, Nelken, Sternanis, Pfeffer und Zitronenstreifen darüber streuen wie kleine Schätze in einem Schatzkästchen.
- Zucker und Alkohol vereinen:
- Zucker einfüllen, dann Wodka darüber gießen bis alles bedeckt ist.
- Das Ritual schließen:
- Fest verschließen und sanft schütteln um den Zucker auf den Weg zu bringen.
- Geduld haben:
- An einem dunklen, kühlen Ort stellen und alle paar Tage sanft schütteln mehr nicht.
- Der Moment des Filterns:
- Nach 2 bis 4 Wochen durch ein feines Sieb oder ein Tuch in eine saubere Kanne filtern.
- Abfüllen in Flaschen:
- In sterilisierte Flaschen füllen, verschließen und beschriften.
- Die letzte Phase:
- Noch eine Woche ruhen lassen, dann serviert er seine besten Seiten.
Merken Dieser Likör hat sich zu meinem unverzichtbaren Begleiter entwickelt für improvisierte Geschenke, für den dunklen Winterabend auf dem Sofa, oder wenn Gäste kommen und ich überraschen will ohne im Kitchen zu stehen.
Die Kunst der Variation
Nachdem ich das Basisrezept dreimal gemacht hatte, begann ich zu experimentieren. Eine Vanilleschote hinzugefügt, einmal Kardamom statt Sternanis, oder Himbeeren für eine leichtere Variante. Jede Flasche erzählt ihre eigene kleine Geschichte.
Servieren und Genießen
Er pur trinken, über Eis servieren, oder als Basis für Cocktails verwenden. Ein kleiner Schluck nach einem langen Tag wirkt wie eine kleine Belohnung. Er passt auch hervorragend über Vanilleeis geträufelt.
Aufbewahrung und Reife
An einem dunklen Ort hält er sich mindestens ein Jahr, aber realistisch wird er früher leer sein. Mit jeder Woche gewinnt er an Tiefe und Komplexität. Eine Flasche, die ich nach sechs Monaten öffnete, schmeckte völlig anders als in den ersten Wochen runder, sanfter, voller.
- Flaschen vor dem Servieren kühlen stellen.
- Kleine Gläser verwenden die Farbe soll gesehen werden.
- Nicht vergessen zu beschriften mit Datum und Besonderheiten der Charge.
Merken Dieser Likör ist mehr als ein Getränk. Er ist eine kleine Zeitreise in ein Glas gefasst, ein Geschenk an mich selbst und an andere, und Beweis, dass die besten Dinge im Leben ein wenig Zeit und Geduld verlangen.
Fragen und Antworten zum Rezept
- → Wie lange muss der Likör ziehen?
Der Likör sollte mindestens 2-4 Wochen an einem kühlen, dunklen Ort ziehen. Regelmäßiges Schütteln alle paar Tage hilft dabei, dass sich der Zucker auflöst und die Aromen gleichmäßig verteilen.
- → Kann ich frische oder gefrorene Schwarze Johannisbeeren verwenden?
Beide Varianten funktionieren hervorragend. Gefrorene Beeren sind oft verfügbar und müssen vor der Verwendung leicht aufgetaut werden. Frische Beeren sollten vor dem Verarbeiten gewaschen und trocken getupft werden.
- → Wie lange ist der selbstgemachte Likör haltbar?
Bei korrekter Lagerung in sterilisierten Flaschen an einem kühlen, dunklen Ort hält sich der Likör mindestens 6-12 Monate. Der Alkoholgehalt wirkt konservierend und sorgt für eine lange Haltbarkeit.
- → Kann ich die Gewürze anpassen?
Absolut. Probiere eine Vanilleschote oder Kardamomkapseln für zusätzliche Tiefe. Weniger Pfeffer macht die Version milder, mehr Zimt bringt eine wärmende Note.
- → Wie serviere ich den Likör am besten?
Gekühlt oder über Eis serviert entwickelt er sein volles Aroma. Er passt hervorragend als Digestif, in的长drink-Longdrinks oder als edles Topping über Vanilleeis und Schokoladendesserts.
- → Ist der Likör glutenfrei?
Ja, solange du einen zertifiziert glutenfreien Vodka verwendest. Die natürlichen Zutaten sind von Natur aus glutenfrei.